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eine wertvolle antike puppe sollte auch immer in authentischer mode gekleidet sein, schon um den wert der puppe nicht zu mindern. um puppenkleider in musealer qualität zu rekonstruieren, bedarf es umfangreicher kenntnisse
insbesondere im bereich der kunsthistorik und speziell der kostümkunde.
im laufe der geschichte waren kleidung und lebenstil der menschen immer eng miteinander verknüpft.
die kleidung der antiken puppen spiegelte die mode der jeweiligen epoche wieder und somit kultur,
lebenstil und gesellschaftliche wertevorstellungen. eine präzise einordnung der antiken puppe in ihren entstehungszeitraum und entstehungsort ist also ausserordentlich wichtig.
waren bis zur mitte des 19. jahrhundert puppen meist das abbild erwachsener, so waren ihre kleider
auch genaue kopien der aktuellen mode für erwachsene.
modepuppen wurden sogar als mannequinpuppen verwendet, so nutzten renommierte französische
schneider sie als repräsentantinnen ihrer mode.
ab etwa 1875 aber brach eine neue ära an.
die puppen wurden zu „bebes“, meist abbilder kleiner mädchen und für die puppenkleidung
wurde nun die damalige kindermode zum vorbild.
dies erstreckt sich bis in das 20. jahrhundert hinein.

kleidung besteht aus stoff
bis zum ende des 19. jahrhunderts gab es eigentlich nur stoffe aus naturfasern
wie baumwolle, seide, wolle, leinen.
für die rekonstruktion von antiken puppenkleidern können also nur diese stoffarten zur
anwendung kommen. erst um 1905 wurde die kommerzielle produktion von kunstfasern,
zunächst rayon oder viskose, stoff aus cellulose – zellstoff, d.h. holzfasern – möglich.

spitze zur ausschmückung von kleidung.
im 15. jahrhundert kam die nadelspitze auf, eine aufwändige handarbeit, die so extrem
teuer war, dass sie sich nur die reichsten leisten konnten.
um 1700 setzt sich die handgearbeitete klöppelspitze durch, die schneller zu fertigen
war, aber erst ab 1880 begann die industrielle fertigung von spitze, meistens
tüllgrundspitzen und ätzspitze, auch guipurespitze genannt, ab 1900 dann
die maschinell gefertigte klöppelspitze. somit wurde spitze
auch für weniger reiche schichten erschwinglich.

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